Bald in der untersten Schublade

  • Gespräche über den (Arbeits)alltag mit Parkinson
  • Neues aus der Neurologie
  • Wir sind auch noch da. Angehörge
  • Mythen in Tüten -- Über Journalisten

Fotos: Tara Wolff, http://tarawolff.com

Habe ich Parkinson oder hat die Krankheit mich?

Lernen, mich zu sehen wie Sie mich sehen

 

Bitte achten Sie darauf: Die Bilder, auf denen mir die Krankheit ins Gesicht geschrieben steht, sortieren Sie bitte aus. So möchte ich nicht öffentlich zu sehen sein, sage ich der Fotografin. Sie nimmt mich für die Zeitschrift chrismon auf.

 

Geht klar, sagt sie. Sich dann unverhofft auf Fotos zu sehen, die jemand ins Netz gestellt hat, ist ein seltsames Gefühl. Doch Ärger über die Verletzung meines Rechts am eigenen Bild legt sich, als ich begreife, was ich zuvor nicht wahrgenommen hatte.

 

Dieses Foto zeigt mir, wie ich auf andere wirke, selbst wenn ich mich normal fühle. Wahrscheinlich ist mir Parkinson deutlicher anzusehen als ich glaube.


Ein Projekt mit Botschaft


Seit ich vor acht Jahren meine Parkinson-Diagnose erhielt, nimmt mich die Krankheit zunehmend in Beschlag. Ich betreibe sozusagen Recherche 7/24. Jetzt halte ich die Zeit für reif, die mir aufgezwungene Expertise beruflich zu nutzen.

Von dem täglichen Ringen um den Erhalt der Persönlichkeit und von den Versuchen, ein befriedigendes Leben mit Parkinson zu führen, erzählen die Reportagen, Geschichten, Portraits, Interviews und Kommentare, die ich als Journalist realisieren möchte.

 

 

Mein schärfstes

 

Werkzeug

 

ist meine Erfahrung.

 

 

Als Öffentlichkeitsarbeiter streiche ich einen fetten Krankheitsgewinn ein. Wer könnte besser erklären, wie Medikamente wirken und wer wüsste mehr über Ärzte? Wer sonst traute sich zu raten: seien Sie sorglos wegen der löchrigen Socken. Kein Arzt bittet Sie, sich frei zu machen.

Ich wende mich an Menschen, die in Zeiten der behaupteten Alternativlosigkeit in Gesellschaft und Politik nicht aufhören, nachzudenken. Über die angeblich nicht vorhandene Alternative, zum Beispiel. An Menschen, die nicht glauben, die digitale Schrumpfform des Humanen erfasse ihr Wesen.

Gastspiel. Podcast

 

Kathrin Wersing, selbst im Alter von 40 Jahren an Parkinson erkrankt, spricht mit Menschen, die auf vielfältige Weise positiv mit der Erkrankung leben.

 

Heimspiel. Podcast

 

In diesem Podcast berichte ich einmal in der Woche von meinen Erfahrungen mit Parkinson. Und darüber, wie das Leben mit der Krankheit weitergeht.- Ab Mai...


Mein Weg bis zur Diagnose. Und wie es seitdem weiter ging.

2005 leichte Schmerzen im rechten Arm. In sechs Jahren häufen sich die Leiden. Die Ärzte finden nichts. Falls ich mal sterben sollte, dann an einer eingebildeten Krankheit. 2011: Rien ne va plus. Ich steige aus, beginne eine Tischlerlehre. 2013:  Gesellenbrief und die Diagnose Parkinson. Zurück auf dem Boden der Tatsachen.

2014 gründe ich möbel & texte, die Werkstatt für Satz- und Möbelbau in Hamburg Altona. Wir bauen ein paar schöne Möbel. 2021 ist die Zeit reif für das parkinson-projekt. Ich richte mich mit 64 beruflich aufs Neue ein und profitiere von der Kontinuität in den Wechseln vom Dozenten zum Autor, vom Redakteur zum PR-Experten.

Manch einer nimmt die Herausforderung an, wird gleich Parkinson-Experte in eigener Sache. Ich wollte nach der Diagnose vor allem Normalität; verschob das Kranksein gewissermaßen. So hatte ich sechs Jahre mit interessanten  Aufträgen. Und siehe da: Parkinson lief nicht weg. Jetzt bin ich besser vorbereitet, mit neuen Ideen.


Und die Botschaft? Du hast keine Chance. Nutze sie.